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Knieprothetik und Operationstechnik

Knieprothetik

 

Ein künstliches Kniegelenk ist dann notwendig, wenn die Zerstörung des Gelenkes so groß ist, dass ein gelenkerhaltender Eingriff nicht mehr sinnvoll ist und alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft wurden. Die Arthrose (Abnutzungserkrankung) des Kniegelenks kann die Folge der altersmäßigen Abnutzung des Gelenkknorpels sein. Der Verschleiß übersteigt dann das altersgemäße Maß und führt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Ursachen für die Abnutzung können Fehlbelastungen durch Achsfehlstellungen des Beines (O-Bein oder X-Bein), Übergewicht, alte Verletzungen oder Entzündungen im Kniegelenk (z.B. bei Rheuma) sein. Die angegriffenen Knorpelschichten reiben aufeinander. Wenn der Knorpel soweit abgerieben ist, dass der Knochen freiliegt, führt jede Bewegung zu Schmerzen. Die Gelenkinnenhaut produziert dann eine größere Menge an wenig gleitaktiver Gewebeflüssigkeit, wodurch ein schmerzhafter Gelenkerguss entsteht.

 

Das künstliche Kniegelenk ersetzt die zerstörten Teile des Kniegelenkes. Es ist dem menschlichen Knie nachgebaut. Die Größe orientiert sich ebenfalls an dem zerstörten Knie des Patienten. Eine Planungsfolie, erstellt anhand des Röntgenbildes vor der Operation, und Probeprothesen, die während der Operation auf den Knochen aufgebracht werden, geben dem Operateur Aufschluss über die passende Größe der Kniegelenksprothese. Die Knieprothese wird meistens durch den sogenannten Knochenzement fixiert, der eine feste Verbindung zwischen Knochen und Prothese herstellt. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass die Knieprothese zementfrei fixiert wird. Diese Methode wird aber eher bei jüngeren Patienten angewandt. Welche Methode der Verankerung der Prothese für Sie richtig ist, wird Ihr Operateur festlegen. Je nach Fortschritt des durch Arthrose zerstörten, menschlichen Kniegelenks, kann man zwischen drei Kniegelenksprothesen unterscheiden:

 

Abb. 1: Unikondyläre Oberflächenersatzprothese

Abb. 2: Bikondyläre Oberflächenersatzprothese

Abb. 3: Achsgeführte Knieendoprothese

 

Der einseitige Oberflächenersatz in minimalinvasiver Technik

 

Hierbei ist eine Seite des Kniegelenks zerstört (häufig die innere), die Bänder, der andere Gelenkanteil und die Kniescheibe sind jedoch noch funktionsfähig. Es wird eine Prothese auf eine der Oberschenkelrollen aufgesetzt (=Schlittenprothese). Diese gleitet dann bei der Bewegung des Knies auf dem Kunststoffblock, der, zusammen mit einem Metallunterteil, auf der entsprechenden Seite des Schienbeinkopfes aufgesetzt wird. Die Stabilität wird durch die erhaltenen Kreuz- und Seitenbänder gewährleistet. Diese Operation wird bei uns in minimalinvasiver Technik durchgeführt.

 

Der komplette Oberflächenersatz

 

Mehrere Teile des Kniegelenks (Knorpel und eventuell auch Kreuzbänder) sind durch Arthrose zerstört, die Seitenbänder müssen aber noch fest erhalten sein. Es wird eine Oberflächenprothese auf den Oberschenkelknochen gesetzt. Der Unterschenkelknochen wird  mit Metallscheibe und Kunststoffplatte als Gleitfläche versorgt. Wegen der Vielfalt in Größe und Form des menschlichen Knochens besteht hier die Möglichkeit, durch Kombination der Größe des Implantats die Längs- wie die Querrichtung optimal abzudecken. Die Verankerung des Metallplateaus variiert je nach Knochenbeschaffenheit.

 

Der vollständige, achsgeführte Gelenkersatz

 

Das gesamte Kniegelenk, der Gelenkknorpel und die Bänder sind zerstört oder es besteht eine sehr starke Achsabweichung zwischen Ober- und Unterschenkelknochen. Die Stabilität ist nicht mehr gewährleistet. Die Prothese muss jetzt auch die Funktion der Bänder übernehmen. Es wird eine scharniergesicherte Prothese eingesetzt, die Ober- und Unterschenkel durch eine bewegliche Achse verbindet. Größere Teile von Knochen werden entfernt und eine Stielprothese in den Ober- und Unterschenkel eingesetzt.

 

Die Operation

 

Die Kniegelenkersatz-Operation wird für Sie völlig schmerzfrei in Teilnarkose oder in Vollnarkose durchgeführt. Der Narkosearzt wird die für Sie geeignete Methode festlegen und mit Ihnen besprechen.

Die Operation dauert zwischen 90 und 120 Minuten. Es wird meistens ein Zugang von vorne gewählt: Die Kniescheibe wird zur Seite gehalten, so dass alle Teile des Kniegelenkes gut sichtbar werden. Knorpelreste, unförmige Knochenteile und der Meniskus werden bei der Operation entfernt. Der Knochen wird anhand der passenden Schablonenform so präpariert, bzw. vorbereitet, dass die entsprechende Prothesenform passt.

Besonders zukunftsorientiert ist die Verwendung einer computerunterstützten Navigationstechnik beim Einsetzen von künstlichen Kniegelenken. Durch diese innovative Methode können die Implantate noch genauer eingesetzt und die Funktion und Lebensdauer der Prothesen verbessert werden.

Nachdem mit einer Probeprothese der korrekte Sitz und die gute Beweglichkeit des Kniegelenks überprüft wurde, wird die Originalprothese eingesetzt und fixiert. Nach der Operation werden Drainagen gelegt, um das Abfließen des Blutergusses zu ermöglichen. Die Knieöffnung wird dann schichtweise wieder zugenäht.

 

Alternativen für spezielle Fälle

 

Korrekturosteotomien

 

Liegt bei jüngeren Patienten eine isolierte einseitige Kniegelenksarthrose vor und ist – entweder durch eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) oder durch eine qualitativ hochwertige Kernspintomographie gesichert – der Knorpel hinter der Kniescheibe und im anderen Gelenkanteil von guter Qualität, so kann eine Korrekturosteotomie in Frage kommen. Bei diesem Verfahren wird durch einen kniegelenksnahen Sägeschnitt im Schienbeinkopf eine Winkelkorrektur der Beinachse (von O-Bein zu leichtem X-Bein) vorgenommen und der Knochen in korrigierter Stellung mit einer speziellen Metallplatte und Schrauben wie bei einem Knochenbruch verschraubt. Hierdurch wird eine Entlastung der inneren Gelenkanteile erreicht und in vielen Fällen kann so der Implantationszeitpunkt einer Endoprothese hinausgezögert werden.

 

Arthrodesen

 

Arthrodese bedeutet Gelenksversteifung. In der Zeit vor Beginn der Kniegelenksendoprothetik war dies die einzige Möglichkeit, Patienten mit schmerzhaft zerstörten Gelenken operativ zu behandeln. Hierbei wird zwar der normale Gangablauf deutlich beeinträchtigt (das steife Kniegelenk führt zu einem hinkenden Gang), aber es kommt zur Schmerzfreiheit und die Versorgung ist in aller Regel definitiv, das heisst es sind keine Folgeoperationen mehr notwendig. Auch heute noch kann die Arthrodese in ausgesuchten Einzelfällen eine Behandlungsalternative darstellen: Nach mehrfacher Revision von Kniegelenksendoprothesen, wenn aufgrund Knochensubstanzverlust und / oder schlechter Weichteilsituation eine erneute Prothesenimplantation nicht mehr sinnvoll möglich ist.