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Maßnahmen zur Vermeidung von Krankenhausinfektionen

Unser Ziel: Vermeidung von Krankenhausinfektionen

Krankenhausinfektionen im Zusammenhang mit einer stationären oder ambulanten Behandlung sind ein wichtiges Thema in der Öffentlichkeit. Entsprechend groß ist die Sorge vieler Menschen, sich im Rahmen einer Krankenhausbehandlung zu infizieren. Nach Expertenmeinung sollen 20-25 % dieser Infektionen durch Einhaltung der Standardhygiene vermeidbar sein. Diesem Ziel dient das Hygienekonzept unseres Krankenhauses.

 

Unser Hygiene-Handbuch
Unser Krankenhaus verfügt über ein spezielles Hygiene-Handbuch für den gesamten Krankenhausbereich, das nach dem neuesten Stand der Wissenschaft erstellt wurde und regelmäßig aktualisiert wird. Es beinhaltet klar definierte Verfahrens-, Arbeits- und Dienstanweisungen und beschreibt die Arbeitsabläufe unseres Hygienemanagements. Das Hygienehandbuch umfasst u.a. folgende Schwerpunkte:

  • Organisation der Krankenhaushygiene
  • Hygiene-, Reinigungs- und Desinfektionspläne
  • Protokollierte Begehungen
  • Hygienisch-mikrobiologische Untersuchungen
  • Umgang mit meldepflichtigen Erkrankungen und Ausbruchsmanagement
  • Prävention und Management nosokomialer Infektionen und Schutzmaßnahmen
  • Prävention und Umgang mit Antibiotikaresistenzen und multiresistenten Erregern
  • Einbindung der Hygiene bei Baumaßnahmen
  • Trinkwasserhygiene
  • Hygiene bei der Lebensmittelversorgung von Patienten
  • Sterilgut
  • Bettenaufbereitung, Wäschehygiene
  • Abfallentsorgung
  • Beratung, Schulung und Fortbildung der Mitarbeiter und der Leitung in Hygienefragen

Hygiene-Begehungen

Unsere Krankenhaushygieniker und die Hygienefachkräfte überprüfen in regelmäßigen internen Begehungen die Einhaltung unserer Hygienestandards. Sie prüfen insbesondere Operationsabteilungen, Intensivstationen, Funktionsabteilungen, Herzkatheterlabor, Aufnahmestation, Notaufnahme, Ambulanzen, Physiotherapie, Küche, Bettenaufbereitung und andere Bereiche im Haus.

 

Externe Überprüfungen

Zum Schutz unserer Patienten und Mitarbeiter sowie zur Qualitätssicherung werden Umsetzung und Einhaltung der Hygienemaßnahmen regelmäßig auch durch die Aufsichtsbehörden (Gesundheitsamt) sowie im Rahmen der Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2008 überprüft.

 

Datenerfassungen

Erfasst und bewertet werden nach der Landesverodnung die Antibiotikaverbräuche und Antibiotika-Resistenzen. Darauf aufbauend wurden hausspezifische Empfehlungen zur Antibiotikatherapie erarbeitet ("Antibiotikaleitlinie"). Weiterhin fortlaufend erfasst und bewertet wird das Auftreten von multiresistenten Erregern und nosokomialen Infektionen, sowie der Verbrauch an Händedesinfektionsmittel.

 

A|B|S| antibiotic stewardship

Seit der Kopenhagen-Konferenz 1998 im Jahr 2001 ist angesichts der weiter zunehmenden Antibiotikaresistenz eine rationale Antiinfektivaverordnung (Antibiotic Stewardship, abgekürzt ABS) eine Notwendigkeit geworden. Mit ABS ist ein programmatisches, nachhaltiges Bemühen einer medizinischen Institution um Verbesserung und Sicherstellung einer rationalen Antiinfektivaverordnungspraxis gemeint. Darunter werden Strategien bzw. Maßnahmen verstanden, die die Qualität der Antiinfektivabehandlung bezüglich Auswahl, Dosierung, Applikation und Anwendungsdauer sichern, um das beste klinische Behandlungsergebnis unter Beachtung minimaler Nebenwirkungen für den Patienten zu erreichen.

 

Infektionen durch Erreger, die nicht mehr auf die gängigen Antibiotika ansprechen

Viele Erreger sind durch den wachsenden Einsatz von Antibiotika zunehmend gegen die herkömmlichen Medikamente resistent. Auch in der Massentierhaltung werden Antibiotika verwendet und gelangen über die Nahrungskette in den menschlichen Körper. Diese Entwicklung bringt neue Risiken mit sich, wie z.B. den multiresistenten Erreger vom Typ MRSA. Aufgrund der Abwehrmechanismen gegen eine Reihe von Antibiotika sind die Therapiemöglichkeiten einschränkt.

 

Beispiele für Maßnahmen im Krankenhaus bei MRSA-Infektionen:

  • Bis zur Beendigung der Besiedelung mit  MRSA wird der  Patient in einem Einzelzimmer untergebracht. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch die Behandlung in einem Mehrbettzimmer möglich.
  • Der Patient darf das Zimmer nur in begrenztem Umfang und nur nach Rücksprache mit dem medizinischen Personal verlassen.
  • Gemeinschaftsräume sind zu meiden. Die Besucherzahl sollte so gering wie möglich gehalten werden.
  • Vor dem Verlassen des Raumes ist zwingend eine Händedesinfektion durchzuführen.
  • In regelmäßigen Abständen werden Abstriche von Rachen, Nase und ggf. auch von anderen Körperstellen entnommen, um zu überprüfen, ob der MRSA Erreger noch vorhanden ist.
  • Besucher müssen vorher mit dem medizinischen Personal Rücksprache halten, entsprechende Schutzkleidung anlegen und bei Betreten und Verlassen des Patientenzimmers immer ihre Hände desinfizieren.